Artikel “Musik ist alles was ich habe…”
Eine etwas andere Geschichte: Wo Musik die Lebensperspektive verändert

Sozialarbeit plus Musikpädagogik in der Escuela Popular de Música Achupallas (Chile)
Mit dem kläpprigen Linienbus ist es eine ziemliche Kurverei, bis man Achupallas erreicht. Vom Häusermeer im Stadtzentrum der mondänen Hafenstadt Viña del Mar aus, 100 Kilometer westlich der chilenischen Hauptstadt Santiago, fährt der Bus etwa 15 Minuten die Hügel hinauf – und kommt in eine andere Welt. Der kleine Vorort Achupallas ist eine Siedlung von Allegados, von Hinzugezogenen, die sich irgendwann in der Großstadt Viña del Mar eine bessere Zukunft versprochen hatten und nun hier in ärmlichen Verhältnissen leben.
Hierher bin ich 2004 mit einer Delegation des Deutschen Musikrats gefahren, um eine ganz ungewöhnliche Musikschule zu besuchen, die von der Kindernothilfe unterstützt wird.
Victor, der in der Escuela Saxophon lernt, hat mir in Achupallas gesagt: “Musik ist alles was ich habe….” und dieser Satz von Viktor hat mich so berührt und mich seither begleitet. Musik bewegt etwas. Das habe ich in Achupallas gesehen.
Mit Musik lernen die Kinder in Achupallas, ihr Leben zu meistern. Musik ist hier nicht Hobby sondern Hoffnung. Auch für Clara. Dass Carla Flöte lernen kann, das ist – so sagt ihr Mutter María – eigentlich ein Wunder. Und wenn es die Escuela Popular de Música in Achupallas nicht gäbe, dann gäbe es dieses Wunder auch nicht. Aber Carlas Flöte verändert Carlas Leben und das Leben ihrer ganzen Familie. Carla ist eines von 110 Kindern, die in der Escuela Popular de Música die Möglichkeit einer Musikausbildung erhalten. Diese Möglichkeit bedeutet im trostlosen Vorstadt-Umfeld von Arbeitslosigkeit, Drogen- und Kriminalitätsproblematik unter Jugendlichen viel. Sie bedeutet, dass diese Kinder und Jugendlichen eine veritable Chance bekommen.
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