Jazz für Kinder
Titel: Jazz für Kinder – Carla lernt Instrumente, Interpreten und Musikstile kennen
Autoren: Oliver Steger und Peter Friedl (Illustrationen)
Verlag Annette Betz 2008, 29 Seiten und beiliegende Musik-CD
Überspitzt gesagt: Da Musik nicht bei der Romantik aufhört war dieses Buch eigentlich überfällig. “Jazz für Kinder” untenimmt den Versuch, älteren Kindern oder Jugendlichen einen Musikstil näher zu bringen, der im Prinzip nie mit Kindern in Verbindung gebracht wird. Schade eigentlich, denn gerade dieser Teil der Musikgeschichte – von Charlie Parker bis Chick Corea – ist super spannend. Das Buch funktioniert, obwohl es mit einer etwas an den Haaren herbeigezogenen Geschichte von Carla operiert. Carla trifft im Pavillon ihres Gartens drei sprechende Musikinstrumente: Klavier, Bass und Schlagzeug. Und diese drei erklären ihr die Sache mit dem Rhythmus, was Swingfeeling ist, wie man im Jazz improvisiert und alles andere.
Raffiniert ist die CD zu diesem Buch. Die sprechenden Instrumente reden nämlich nicht nur vom Jazz, sie spielen ihn auch. Das Lied “Bruder Jakob” wird auf der CD in 14 verschiedenen Jazz-Stilen vorgeführt. Alle Takes sind auch im Verlauf des Buches als Hörbeispiel vermerkt, sodass der Sprung vom Lesen zum Hören unkompliziert funktioniert.
Tipp am Rande: Wer mal eine richtig richtig gut gemachte Jazz-CD für Kinder hören will, sollte sich den Hoppel Hoppel Rhythm Club auf keinen Fall entgehen lassen. Der Saxophonist Peter Lehel hat hier Jazz “für alle Kinder unter 100″ aufgenommen und dazu die ohrwurmigsten Kinderlieder hervorgekramt. Großartig!
